Der Markt wächst – aber nicht gleichmäßig

Laut einer aktuellen Analyse von Counterpoint Research legten die weltweiten Smartwatch-Verkäufe im ersten Quartal 2026 um vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Als Haupttreiber nennen die Analysten die höhere Nachfrage im Premiumsegment sowie das Wachstum im chinesischen Markt.

Vier Prozent klingt moderat – doch hinter diesem Durchschnitt stecken dramatisch unterschiedliche Entwicklungen. Apple und Huawei ziehen das Feld nach oben. Samsung rutscht ab. Und chinesische Marken gewinnen Gewicht.

Die Marktanteile auf einen Blick

Smartwatch-Markt Q1 2026 – Top 5
Apple23 % Marktanteil (+21 % Wachstum)
Huawei17 % Marktanteil (+12 % Wachstum)
Xiaomi10 % Marktanteil
Imoo7 % Marktanteil
Samsung5 % Marktanteil (−28 % Wachstum)

Quelle: Counterpoint Research, Q1 2026. Gesamtmarkt +4 % gegenüber Q1 2025.

Apple: 21 Prozent Wachstum dank günstigem SE 3

Apple bleibt mit deutlichem Abstand Marktführer und hat seinen Anteil von 20 auf 23 Prozent ausgebaut. Das Wachstum von 21 Prozent ist bemerkenswert – insbesondere weil es kein neues Flaggschiff war, das den Schub gebracht hat, sondern das günstigere Modell Apple Watch SE 3.

Apple wächst in allen relevanten Regionen: In Nordamerika hält der Konzern mit über 50 Prozent Marktanteil eine dominierende Stellung, legt aber auch in Europa und – bemerkenswert – in China zu. Wer Apple Watch trägt, kauft sie öfter als Upgrade und bleibt im Ökosystem.

Apple Watch SE 3 zeigt: Das günstigere Einstiegsmodell kann den Marktanteil effektiver steigern als ein teureres Ultra-Modell.

Huawei: stark in China, auf Platz zwei gefestigt

Huawei wächst um 12 Prozent und behauptet Platz zwei mit 17 Prozent Marktanteil. Das Fundament ist der Heimatmarkt: In China kommt Huawei auf rund 40 Prozent Marktanteil – ein Wert, der vor allem durch kontinuierlich ausgebaute Gesundheitsfunktionen gestützt wird. Für westeuropäische Märkte bleibt Huawei aufgrund der US-Sanktionen und des fehlenden Google-Ökosystems eine Randerscheinung.

Xiaomi und Imoo: die stillen Gewinner

Xiaomi hält 10 Prozent Marktanteil und profitiert vom Preisdruck im Mittelfeld. Die Redmi Watch 6 (99,99 Euro) ist ein gutes Beispiel: ordentliche Specs, langer Akku, günstiger Preis. Das zieht Käufer an, die eine Smartwatch wollen, aber nicht 400 Euro für Apple oder Samsung ausgeben.

Imoo mit 7 Prozent ist hierzulande kaum bekannt – die Marke ist auf Kinderuhren mit SIM-Karte spezialisiert und kommt fast ausschließlich aus China. Dass sie weltweit auf Platz vier liegt, zeigt, wie groß das Segment in Asien ist.

Samsung: minus 28 Prozent – das ist ein Einbruch

Das auffälligste Ergebnis des Quartals ist Samsungs Rückgang um 28 Prozent. Von ehemals 7 Prozent Marktanteil auf jetzt 5 Prozent. Das ist kein Ausrutscher, sondern ein strukturelles Problem: Die Galaxy Watch verliert im Premiumsegment an Apple und im Mittelfeld an Xiaomi und Huawei. Gleichzeitig hat Samsung sein Betriebssystem auf Wear OS umgestellt, was bei einem Teil der bestehenden Nutzer zu Frustration geführt hat.

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Der Smartwatch-Markt wächst, aber er konsolidiert sich gleichzeitig. Apple setzt sich oben ab, Huawei dominiert China, Xiaomi schnappt sich das Mittelfeld. Samsung steckt dazwischen fest – zu teuer für das Segment, das wächst; zu schwach für das Premium-Segment, das Apple hält.

Was bedeutet das für dich? Wenn du eine Smartwatch kaufen willst: Im Premiumsegment ist die Apple Watch nach wie vor das sinnvollste Paket – vorausgesetzt, du hast ein iPhone. Als Android-Nutzer lohnt sich ein ehrlicher Blick auf Xiaomi oder Honor. Samsung ist nicht schlecht, aber gerade nicht günstig genug und nicht gut genug zugleich. Bis zum Herbst dürften die nächsten Generationen kommen – wer kann, wartet kurz.

Ausblick: +3 % pro Jahr bis 2030

Counterpoint Research prognostiziert trotz erwarteter Chipknappheit ein durchschnittliches jährliches Wachstum von drei Prozent bis 2030. Das Segment bleibt stabil – getrieben von steigendem Gesundheitsbewusstsein, längeren Akkulaufzeiten und sinkenden Einstiegspreisen. Smarte Brillen wie die neuen Meta Glasses kommen als potenzieller Konkurrent hinzu, werden die Smartwatch aber kurzfristig nicht verdrängen.

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Quelle: telecom-handel.de – „Weltweite Smartwatch-Verkäufe legen zu", 19. Juni 2026, abrufbar auf telecom-handel.de. Autor: Boris Boden. Datenbasis: Counterpoint Research Q1 2026.

Titelbild: KI-generierte Konzeptdarstellung (greem / Gemini).