Es klingt nach Science-Fiction, ist aber gerade der heißeste Wettlauf der Telekommunikationsbranche: Handys, die sich direkt mit einem Satelliten verbinden – ohne Funkmast, ohne Spezialgerät, einfach mit dem Smartphone in der Hosentasche. Jetzt steigt Amazon offiziell mit ein.
Was Amazon plant
Das Projekt heißt Amazon Leo. Der Name verrät die Technik: „LEO“ steht für Low Earth Orbit, die niedrige Erdumlaufbahn. Dort sollen bis zu 5.105 Satelliten kreisen – nah genug an der Erde, damit die Signallaufzeiten kurz bleiben.
Der Zeitplan läuft in zwei Stufen: Die erste Generation startet 2026 und liefert zunächst stationäres Internet – vergleichbar mit dem, was Starlink heute anbietet. Der eigentlich spannende Teil kommt 2028: Dann sollen Telefonie, Internet und Notrufe direkt auf dem Smartphone funktionieren, weltweit.
- Technik: Direct-to-Device (D2D) – kompatible Smartphones verbinden sich direkt mit dem Satelliten, ohne Zusatzhardware.
- Grundlage: Amazon hat im April 2026 den Satellitenbetreiber Globalstar übernommen – dessen Technik bildet die Basis.
- Prominenter Partner: Globalstar liefert bereits die Technik hinter Apples Notruf-per-Satellit-Funktion für iPhone und Apple Watch.
- Genehmigung: Der Antrag liegt bei der US-Behörde FCC – ohne Freigabe läuft nichts.
- Geplantes Modell: Partnerschaften mit Mobilfunknetzbetreibern, um deren Funklöcher zu schließen – Amazon will die Netze also ergänzen, nicht ersetzen.
Warum das mehr ist als ein Nischenthema
Der Reiz liegt in der Wirtschaftlichkeit. Ein Funkmast in dünn besiedelter Gegend rechnet sich für einen Netzbetreiber oft schlicht nicht – zu wenige Nutzer, zu hohe Kosten. Genau diese Lücken sollen Satelliten füllen: In Bergregionen, auf See, in Waldgebieten oder auf langen Landstraßen, wo heute schlicht nichts geht.
Und beim Thema Notruf wird es sogar existenziell. Wer nach einem Unfall im Funkloch steht, für den ist eine Satellitenverbindung kein Komfort-Feature, sondern möglicherweise lebensrettend. Das ist auch der Grund, warum ausgerechnet Notrufe fast immer die erste Funktion sind, die freigeschaltet wird.
2028 ist weit weg – und Pläne im Weltraum verschieben sich gern. Die FCC-Genehmigung steht noch aus, Satelliten müssen erst gebaut und gestartet werden, und welche Handys am Ende kompatibel sind, ist offen. Genauso wenig ist bisher bekannt, was der Dienst kosten soll. Wer heute ein Handy kauft, sollte diese Meldung deshalb als Ausblick lesen – nicht als Kaufargument.
Was heute schon geht
Die gute Nachricht: Du musst nicht bis 2028 warten. Satellitenfunktionen fürs Smartphone gibt es bereits – Apple bietet den Notruf per Satellit schon seit einigen Generationen an, und auch bei den Mobilfunkanbietern hat das Thema Fahrt aufgenommen. Wir haben darüber hier im Blog schon berichtet.
Und der wichtigste Punkt für den Alltag: Die meisten Empfangsprobleme, die uns im Shop begegnen, haben mit Satelliten gar nichts zu tun. Oft ist es eine falsche Netzeinstellung, ein veraltetes Gerät, eine ungünstige SIM-Konfiguration – oder schlicht der Tarif im falschen Netz. Das lässt sich meistens in wenigen Minuten prüfen und beheben.
greem-Einschätzung
Spannende Zukunft – aber dein Funkloch lösen wir heute.
Dass gleich mehrere Konzerne Milliarden in Satellitennetze stecken, ist eine gute Nachricht: Es wird die weißen Flecken auf der Karte kleiner machen. Nur dauert das noch Jahre. Wenn dein Empfang jetzt schlecht ist, bringt dich keine Meldung über 5.105 Satelliten weiter. Komm lieber vorbei: Wir schauen uns dein Gerät, deine Einstellungen und dein Netz an und sagen dir ehrlich, ob es am Handy, am Tarif oder wirklich am Standort liegt.
Schlechter Empfang bei dir zu Hause?
In unseren Shops im Rhein-Main-Gebiet prüfen wir Gerät, Einstellungen und Netzabdeckung – herstellerneutral und ohne Verkaufsdruck.
Zum nächsten greem-ShopQuelle: telecom-handel.de – „Amazon will 2028 Satellitennetz für mobile Endgeräte starten“, Boris Boden, 28. Juli 2026. Angaben zu Projekt, Zeitplan, Satellitenzahl und Partnern nach Telecom Handel bzw. Amazon. Titelbild: © Amazon (Pressefoto, via telecom-handel.de). Zeitpläne und technische Angaben sind Planungsstand und können sich ändern; die Genehmigung durch die US-Behörde FCC steht noch aus. Alle Angaben ohne Gewähr.