Wenn ein Konzern Quartalszahlen vorlegt, die „über den Erwartungen“ liegen, ist das normalerweise eine gute Nachricht. Bei Telefónica stimmt das auch – nur eben nicht überall. Der Konzern legte im zweiten Quartal 2026 beim Umsatz um 3,0 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zu, das bereinigte Ebitda stieg sogar um 6,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.
Getragen wird dieses Wachstum aber von anderen Märkten. Im ersten Halbjahr kamen 40 Prozent des Konzernumsatzes aus Spanien und 31 Prozent aus Brasilien. Deutschland – immerhin einer der Kernmärkte – steuerte 23 Prozent bei. Und dort zeigen die Pfeile nach unten.
Die deutschen Zahlen im Detail
| Kennzahl | Q2 2026 | Veränderung |
|---|---|---|
| Umsatz Telefónica Deutschland | 1,8 Mrd. EUR | −11,1 % |
| Ebitda Deutschland | 0,6 Mrd. EUR | −7,2 % |
| Umsatz Konzern gesamt | 8,3 Mrd. EUR | +3,0 % |
| Ebitda Konzern gesamt | 2,9 Mrd. EUR | +6,4 % |
Das Detail, das die Schlagzeile relativiert
Ein zweistelliges Umsatzminus klingt nach Kundenschwund. Genau das ist es aber nicht. Zwei Effekte erklären den Großteil des Rückgangs:
- Die 1&1-Migration. Rund 12 Millionen Mobilfunkkunden von 1&1 wurden ins Vodafone-Netz umgezogen. Diese Kunden waren nie O2-Endkunden – O2 hat lediglich das Netz vermietet. Mit dem Wechsel fällt dieses Vorleistungsgeschäft weg. Ein Umsatzloch, ja – aber kein einziger verlorener Privatkunde.
- Weniger Hardware. Die Smartphone-Verkäufe brachen um rund 25 Prozent ein. Das passt ins Bild eines Marktes, in dem Geräte teurer werden und Kunden ihre Handys länger behalten.
Und die andere Seite: Im selben Quartal hat O2 in Deutschland 30.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden gewonnen. Auch der Absatz von M2M-SIM-Karten – also Karten für vernetzte Maschinen, Fahrzeuge und Geräte – ist gestiegen. Das eigentliche Endkundengeschäft läuft also, während die Bilanz einen Sondereffekt verdaut.
Der Sparkurs wird konkret
Trotzdem bleibt Deutschland unter Druck – und der Konzern reagiert. Über den Umbau hatten wir bereits Mitte Juli berichtet; jetzt sind die Zahlen konkreter:
- 1.100 Entlassungen laufen im Jahr 2026.
- 60 Shops werden geschlossen.
- 2027 folgt eine weitere Runde – geplant vor allem in Callcentern und im Vertrieb.
- Verantwortlich für den Umbau ist Deutschlandchef Santiago Argelich Hesse.
- Immerhin: Die bisherigen Sparmaßnahmen zeigen laut Konzern bereits erste Effekte.
Was das für dich als O2-Kunde bedeutet
Erstmal die Entwarnung: An deinem Vertrag, deinem Tarif und deinem Netz ändert sich durch Quartalszahlen nichts. O2 baut weiter Netz aus und gewinnt sogar Kunden dazu.
Spürbar wird für dich vor allem ein Punkt: 60 geschlossene Shops und dünner besetzte Callcenter bedeuten weniger Anlaufstellen. Wer bisher gern in den Laden gegangen ist, um eine Rechnung zu klären, einen Vertrag zu verlängern oder eine neue SIM zu holen, findet künftig womöglich keinen Standort mehr in der Nähe – oder wartet in der Hotline länger.
greem-Einschätzung
Wir führen O2 weiter – und bleiben da, wo wir sind.
Uns liegt nichts daran, über einen Anbieter herzuziehen, den wir selbst im Portfolio haben: O2 ist bei uns ganz normal buchbar, Verträge, Verlängerungen und Beratung inklusive. Was uns an der Meldung aber wirklich beschäftigt, ist die Shopschließung. Wenn große Anbieter Standorte abbauen, verschwindet genau das, was viele Kunden brauchen: ein Mensch vor Ort, der zuhört und Dinge erklärt. Genau da bleiben wir. Unsere Shops im Rhein-Main-Gebiet stehen, und wir beraten dich zu O2 genauso wie zu jedem anderen Anbieter – ohne dich zu irgendetwas zu drängen.
Fragen zu deinem O2-Vertrag?
Ob Verlängerung, Tarifwechsel oder Rechnung – komm einfach in einen unserer Shops im Rhein-Main-Gebiet. Kein Termin nötig.
Zum nächsten greem-ShopQuelle: telecom-handel.de – „Deutschland bleibt das Sorgenkind im Telefónica-Konzern“, Boris Boden, 29. Juli 2026. Alle Quartalszahlen, Kundenzahlen und Angaben zum Sparprogramm nach Telecom Handel bzw. Telefónica. Angaben ohne Gewähr.