Was war MMS überhaupt?
MMS – Multimedia Messaging Service – kam 2002 nach Deutschland. Die Idee war gut: Bilder, kurze Videos und Audios direkt per Handy verschicken, ohne E-Mail, ohne Internet-App, direkt übers Mobilfunknetz. Die ersten kompatiblen Geräte waren der Ericsson T68i und das Nokia 7650.
Das Problem: MMS war teuer. Bis zu 39 Cent pro Nachricht – zu einer Zeit, als selbst SMS als Luxus galt. Die Technologie scheiterte nie wirklich an der Technik, sondern am Preis und an fehlender Interoperabilität zwischen Netzbetreibern.
MMS war nie wirklich kaputt – es hatte nur nie eine Chance. Zu teuer, zu langsam, zu kompliziert. Und dann kam WhatsApp.
Der kurze Zenit und der lange Absturz
Den Höhepunkt erlebte MMS im Dezember 2012: 13 Millionen Nachrichten wurden in diesem Monat verschickt. Das klingt viel – bis man bedenkt, dass SMS zur gleichen Zeit in Milliarden verschickt wurde. WhatsApp wurde 2009 gegründet, hatte aber bereits 2012 massiven Zulauf.
Seitdem war MMS auf dem Rückzug. Vodafone schaltete den Dienst bereits im Januar 2023 ab. Telekom und 1&1 folgen jetzt. O2 Telefónica hat noch kein offizielles Datum genannt – aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit.
Die Timeline einer Technologie
MMS kommt nach Deutschland. Ericsson T68i und Nokia 7650 als erste kompatible Geräte. Preis: rund 39 Cent pro Nachricht.
WhatsApp wird gegründet. Fotos, Videos, Sprachnachrichten – kostenlos, über Datennetz. MMS hat ab diesem Moment keine Zukunft mehr.
Peak MMS: 13 Millionen Nachrichten im Dezember. Letzter Höhepunkt vor dem dauerhaften Rückgang.
Vodafone schaltet MMS im Januar als erster großer Netzbetreiber in Deutschland ab.
Telekom und 1&1 schalten MMS ab. Ende einer Ära.
Was passiert jetzt?
Für die allermeisten: gar nichts. Wer MMS noch aktiv genutzt hat – und das dürften wenige sein – sollte seine Kontakte darauf hinweisen, auf WhatsApp, iMessage oder eine andere App umzusteigen. Die Alternativen sind in jeder Hinsicht besser: kostenlos, plattformübergreifend, mit deutlich höherer Bildqualität und ohne Datenlimits.
Spannend wird, was O2 macht. Der Anbieter hat noch keine Abschaltung angekündigt – aber der Druck aus dem Markt ist eindeutig. Es wäre überraschend, wenn MMS dort noch Jahre weiterlaufen würde.
Was bleibt: die SMS
Interessant ist, dass die SMS bislang kein Abschaltungsdatum hat – obwohl sie technisch noch älter ist als MMS. Ihr Vorteil: SMS funktioniert auch ohne Smartphone, ohne Datenverbindung und ohne App. Sie ist der kleinste gemeinsame Nenner der Mobilkommunikation und bleibt als Sicherheitsnetz für 2FA, Bank-TANs und Systembenachrichtigungen noch relevant.
MMS hatte diesen Vorteil nicht. Es war zu komplex für Einfachheit und zu eingeschränkt für echte Multimedia-Kommunikation. Das Ende war absehbar – und eigentlich längst überfällig.
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Zum nächsten greem-ShopQuelle: Telecom Handel, 20. Mai 2026 – Telekom und 1&1 schalten die MMS Ende Juni ab
