+2,8 %
Service-Umsatz im ersten Halbjahr
+4,7 %
bereinigtes EBITDA AL – 23,3 Mrd. Euro
+1,8 %
Free Cashflow AL – 10,7 Mrd. Euro
+8,8 %
bereinigter Konzernüberschuss – 5,4 Mrd. Euro

Vier grüne Zahlen, eine angehobene Prognose, ein zufriedener Vorstand. Konzernchef Tim Höttges fasst es so zusammen: „Unsere Geschäfte laufen weiter rund. Auch im ersten Halbjahr 2026 liefern alle Bereiche des Konzerns beeindruckendes Wachstum ab.“

So weit die Konzernsicht. Wir sitzen an einer anderen Stelle der Kette: Wir sind unabhängiger Fachhandel und unter anderem Telekom-Partner. Was uns an solchen Berichten interessiert, ist deshalb nicht die Marge, sondern die Frage: Welche dieser Zahlen entstehen eigentlich am Tresen – und welche merkst du als Kunde?

Erst mal die Zahlen, ohne Deutung

KonzernQ2 2026Veränderung
Umsatz29,9 Mrd. EURorganisch +3,3 %
Service-Umsatz25,4 Mrd. EUR+4,8 %
Bereinigtes EBITDA AL11,8 Mrd. EURorganisch +7,3 %
Bereinigter Konzernüberschuss2,8 Mrd. EUR+11,1 %
Free Cashflow AL5,0 Mrd. EUR+3,1 %
Bereinigtes Ergebnis je Aktie0,58 EUR+12,7 %
Die Segmente im zweiten Quartal

Für das Gesamtjahr hat die Telekom die Prognose für den Free Cashflow AL auf rund 20,0 Milliarden Euro angehoben, zuvor waren 19,8 Milliarden angesetzt. Beim bereinigten EBITDA AL bleibt es bei rund 47,5 Milliarden Euro, beim bereinigten Ergebnis je Aktie bei rund 2,20 Euro.

Beobachtung 1: Das Wachstum kommt größtenteils nicht aus Deutschland

Das ist keine Kritik, sondern schlicht die Struktur des Konzerns. Der US-Markt wächst beim Service-Umsatz mit 8,9 Prozent, Deutschland organisch mit 3,7 Prozent. Beide Zahlen sind ordentlich – aber sie erzählen unterschiedliche Geschichten. In den USA geht es um Marktanteile, in Deutschland um einen weitgehend gesättigten Markt, in dem Wachstum vor allem über Wechsler, Vertragsverlängerungen und Zusatzprodukte entsteht.

Genau das ist unser Alltag. Ein gesättigter Markt bedeutet: Fast jeder hat schon einen Vertrag. Die Frage ist nicht mehr, ob jemand Mobilfunk braucht, sondern ob der Tarif noch zu dem passt, was er heute tatsächlich nutzt. Das ist eine Beratungsfrage, keine Verkaufsfrage.

Beobachtung 2: 218.000 Vertragskunden entstehen nicht in der Zentrale

Diese Zahl steht so in der Meldung, und sie klingt abstrakt. Aus unserer Sicht ist sie das Gegenteil davon: 218.000 Vertragskunden heißt 218.000 Gespräche – online, in der Hotline, im eigenen Shop, beim Partner. Ein spürbarer Teil dieser Zahl entsteht in Läden wie unseren, in denen jemand mit einer alten Rechnung und einer konkreten Frage hereinkommt.

Kleine Transparenzanmerkung: Je nach Abgrenzung finden sich in der Berichterstattung auch 224.000 neue Vertragskunden. Wir nennen hier die 218.000 aus der offiziellen Mitteilung der Deutschen Telekom. Am Bild ändert das nichts – wir sagen nur dazu, welche Quelle wir benutzt haben.

Beobachtung 3: Die interessanteste Zahl ist eine, die kaum jemand zitiert

161.000 neue Glasfaserkunden im Quartal sind gut. Die Zahl daneben ist aus unserer Sicht aber die wichtigere: Die Nutzungsquote bei den anschließbaren Haushalten liegt bei 17,5 Prozent.

Anders formuliert: Von sechs Haushalten, bei denen die Glasfaser bereits liegt, nutzt sie einer. Die anderen fünf surfen weiter über die alte Leitung – oft, ohne zu wissen, dass es anders ginge.

Was wir davon im Laden merken

Der Ausbau läuft also schneller, als die Nachfrage hinterherkommt. Für einen Konzern ist das eine Vermarktungsaufgabe. Für uns ist es eine Erkläraufgabe – und die lässt sich am besten dort erledigen, wo jemand nachfragen kann.

Beobachtung 4: KI und Effizienz sind auch eine Aussage über Beratung

Die Telekom stellt ihre Strategie derzeit rund um Themen wie Daten und KI, Effizienz, Investitionen, Größenvorteile, Kunden und Finanzen dar. Aus Konzernsicht ist das ein Steuerungsmodell. Aus Kundensicht bedeutet es in der Praxis: mehr Automatisierung, mehr Self-Service, schnellere Standardprozesse.

Das ist für viele Vorgänge sinnvoll. Eine SIM-Karte nachbestellen oder eine Rechnung ansehen muss niemand mehr im Laden erledigen. Nur: Je effizienter die Standardwege werden, desto sichtbarer wird die Lücke bei allem, was nicht Standard ist. Ein Vertrag, der auf zwei Personen läuft. Ein Geschäftskunde mit fünf Karten und einem Sonderfall. Ein Umzug, bei dem Anschluss und Rufnummer gleichzeitig mitmüssen. Genau da endet der Chatbot – und genau da fangen wir an.

Was du aus diesen Zahlen mitnehmen kannst

Drei praktische Schlüsse

greem-Einschätzung

Wir lesen solche Berichte als Wetterbericht, nicht als Erfolgsmeldung.

Ein gutes Halbjahr des Konzerns, mit dem wir zusammenarbeiten, ist für uns eine gute Nachricht – ein stabiler Partner ist die Grundlage dafür, dass wir dir verlässliche Zusagen machen können. Feiern werden wir sie trotzdem nicht, denn es sind nicht unsere Zahlen. Was wir daraus mitnehmen, ist die Richtung: Der Markt ist gesättigt, die Prozesse werden digitaler, und beim Glasfaser klafft eine große Lücke zwischen dem, was gebaut ist, und dem, was genutzt wird. Alle drei Punkte laufen auf dasselbe hinaus – es wird wichtiger, dass jemand zuhört und erklärt. Genau dieser Teil des Geschäfts steht bei uns im Laden, mit Namen und Öffnungszeiten.

Liegt bei dir schon Glasfaser?

Wir prüfen deine Adresse und sagen dir ehrlich, was verfügbar ist und ob sich ein Wechsel für dich rechnet. Komm einfach in einen unserer Shops im Rhein-Main-Gebiet – kein Termin nötig.

Zum nächsten greem-Shop

Quelle: Deutsche Telekom AG, Medieninformation „Bericht zum zweiten Quartal 2026“, 6. August 2026, sowie die dazugehörige Halbjahresübersicht des Unternehmens. Alle Konzern-, Segment- und Prognosezahlen nach Angaben der Deutschen Telekom. Die Einordnung und Bewertung in diesem Beitrag ist unsere eigene Sicht als unabhängiger Fachhandel und Telekom-Partner. Angaben ohne Gewähr.