Die Kurzfassung: Bitdefender beschreibt unter dem Namen „Midnight Mimosa“ eine Schadsoftware, die auf günstigen Android-Handys mit MediaTek-Chip schon in der Systempartition vorinstalliert ist. Sie lädt Apps nach, betreibt Werbebetrug und macht das Handy zum Durchleitungsknoten für fremden Datenverkehr. Gefunden in mehr als 150 Ländern, Deutschland gehört zu den Spitzenreitern. Apples HomePod mini 2 kostet 169 Euro und kommt am 30. Oktober, das neue Apple TV 4K kostet 349 Euro und kommt am 13. November. Das Display-Gerät HomeView verkauft Apple in der EU vorerst nicht. Oppo verteilt ColorOS 17 ab Oktober an 13 Modelle, bis zum ersten Quartal 2027 an rund 60 Geräte. Und freenet kauft die restlichen rund 25 Prozent an waipu.tv für zunächst 76 Millionen Euro, der Börsengang ist damit vom Tisch.

150+
Länder, in denen Bitdefender die vorinstallierte Schadsoftware „Midnight Mimosa“ gefunden hat
169 €
Preis des HomePod mini 2 im Apple Store, im Handel ab 30. Oktober 2026
13 Geräte
Oppo-Modelle, die ColorOS 17 laut vorläufigem Plan noch im Oktober bekommen
76 Mio. €
Anfänglicher Kaufpreis für die restlichen rund 25 Prozent an waipu.tv

Tipps & Ratgeber

„Midnight Mimosa“: Wenn die Schadsoftware schon im Karton liegt

Grafik von Bitdefender: rote Mimosenblüte, deren Stiel in Leiterbahnen übergeht

Titelgrafik der Analyse „Midnight Mimosa“. Grafik: © Bitdefender, via bitdefender.com.

Die meisten Warnungen vor Schadsoftware auf dem Handy drehen sich um Apps, die man sich selbst einfängt, über einen falschen Link oder eine dubiose Download-Seite. Diesmal ist es anders. Die Sicherheitsforscher Adrian Mihai Gozob und Alex Baciu von Bitdefender haben am 8. Oktober eine Analyse veröffentlicht, nach der auf günstigen Android-Smartphones eine Schadsoftware schon ab Werk mitgeliefert wird. Sie steckt nicht in einer App, die du löschen könntest, sondern in der Systempartition, also dem Teil des Handys, an den du als Nutzer nicht herankommst. inside digital hat die Analyse am 13. Oktober für deutsche Leser aufbereitet, wir haben die Kernaussagen direkt bei Bitdefender gegengelesen.

Was die Software kann, ist unangenehm. Sie installiert und entfernt Apps ohne Rückfrage, lädt beliebigen Code aus dem Netz nach, klickt im Hintergrund auf Werbung und sammelt Informationen über das Gerät und die installierten Apps. Und sie macht dein Handy zu einem sogenannten Proxy-Knoten: Fremde leiten ihren Internetverkehr über dein Gerät, mit deiner IP-Adresse. Damit sie dabei nicht vom Google-Schutz Play Protect erwischt wird, schaltet sie laut Bitdefender vor manchen Installationen kurz den Play Store ab und danach wieder ein.

Betroffen sind laut Bitdefender vor allem günstige Geräte mit MediaTek-Chip. Unter den häufigsten Modellbezeichnungen nennen die Forscher das Doogee S200 X und das Cubot KingKong X, dazu jede Menge Nachbauten, die sich als „S24 Ultra“, „S25 Ultra“, „S26 Ultra“ oder „i17 Pro Max“ ausgeben, also mit fremden Namen großer Hersteller werben. Die Forscher haben mindestens 32 getarnte Apps gefunden, die Kampagne läuft seit rund zwei Jahren, betroffen sind Tausende Geräte in mehr als 150 Ländern. Deutschland gehört zu den am stärksten betroffenen Ländern, nach Mexiko, Frankreich, Italien und den USA. Die Firmware ist mit einem Zertifikat signiert, das auf den chinesischen Hersteller Shenzhen Zediel verweist, Bitdefender betont aber ausdrücklich, dass das kein Beweis für eine Beteiligung dieser Firma ist. An welcher Stelle der Lieferkette die Schadsoftware ins Gerät kam, ist offen.

So prüfst du dein Handy

Die wichtigste Lehre steckt in der Gerätebezeichnung. Ein Handy, das „S26 Ultra“ heißt, aber nicht von Samsung kommt und einen Bruchteil kostet, ist kein Schnäppchen, sondern ein Nachbau mit unbekannter Software. Gerade weil die Smartphone-Preise wegen der Speicherkrise steigen, wie wir gestern beschrieben haben, werden solche Angebote verlockender. Und wenn du an Betrug über Nachrichten denkst: Wie Fremde dein WhatsApp-Konto übernehmen, steht in unserem Beitrag über den Kontoklau per Abstimmung.

Markt & Technik

Apple: HomePod mini 2 und neues Apple TV 4K, aber HomeView kommt nicht in die EU

HomePod mini 2 in den Farben Weiß, Blau, Grün, Pink und Mitternacht

Der HomePod mini 2 in fünf Farben, im Handel ab 30. Oktober. Foto: © Apple, Pressebild via apple.com.

Anfang Oktober haben wir in der Gerüchteküche zusammengetragen, was von Apple für den Herbst erwartet wurde. Am 13. Oktober hat Apple nun geliefert, zumindest fürs Wohnzimmer. Preise und Termine haben wir direkt im deutschen Apple Store nachgesehen, die Ausstattung stammt aus der Berichterstattung von teltarif.de vom selben Tag.

GerätPreisIm Handel ab
HomePod mini 2169,00 €30. Oktober 2026
Apple TV 4K (4. Generation)349,00 €13. November 2026
HomeView (Display mit Lautsprecher)299 US-Dollarin der EU vorerst nicht

Der HomePod mini 2 ist die Neuauflage des kleinen Kugellautsprechers, in Weiß, Blau, Grün, Pink und Mitternacht. Das neue Apple TV 4K bekommt den A19-Chip, laut Apple bis zu 50 Prozent mehr Prozessorleistung und doppelt so schnelle Grafik wie der Vorgänger, dazu drei eingebaute Mikrofone, damit du Siri auch ohne Fernbedienung ansprechen kannst. Mit vier HomePods lässt sich ein Surround-Klang aufbauen, und das Apple TV dient als Steuerzentrale für das smarte Zuhause, etwa um das Bild einer kompatiblen Videotürklingel auf den Fernseher zu holen. Die neue Siri Remote lässt sich über „Wo ist?“ orten und piept, wenn sie mal wieder in der Sofaritze steckt.

Der Dämpfer heißt HomeView. Das ist ein Gerät mit 7-Zoll-Display auf einem Lautsprechersockel, gedacht für Videotelefonie, Unterhaltung und die Steuerung des Zuhauses. Laut einer Fußnote von Apple, die das digital magazin zitiert, gibt es HomeView in der EU nicht zu kaufen, weil die neue Siri AI in der EU derzeit nicht verfügbar ist. Einen EU-Starttermin nennt Apple nicht. Auch beim Apple TV gilt: Siri AI startet zunächst als Beta auf Englisch in einigen Ländern, Deutschland ist nicht dabei. Wer hier kauft, bekommt die Hardware, die neuen Sprachfunktionen kommen später. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zum Siri-AI-Start ohne deutsche iPhones.

Technik

ColorOS 17: Oppo nennt den Update-Fahrplan für fast 60 Geräte

Oppo-Grafik mit dem Schriftzug ColorOS 17 auf lila-orangem Farbverlauf

Oppos neue Bedienoberfläche kommt zuerst auf die Find-X10-Serie, dann auf ältere Geräte. Grafik: © Oppo, via teltarif.de.

Wer ein Oppo-Handy hat, weiß jetzt, wann das große Update kommt. Oppo hat am 13. Oktober ColorOS 17 vorgestellt, die eigene Oberfläche über Android, und teltarif.de hat am 14. Oktober den vorläufigen Rollout-Plan zusammengefasst. Vorinstalliert ist ColorOS 17 zuerst auf der kommenden Find-X10-Serie, danach folgen die vorhandenen Geräte in vier Wellen.

ZeitraumGeräte (Auswahl)
Oktober 2026 (13 Geräte)Find N6, Find N5, Find X9 Ultra, X9s, X9 Pro, X9, Find X8 Pro, X8, Reno16-Reihe
November 2026 (22 Geräte)Find N3, Find N3 Flip, Reno15- und Reno14-Reihe
Dezember 2026 (14 Geräte)Reno13-Reihe, Tablets Pad 5, Pad 3 Pro, Pad 3
1. Quartal 2027 (10 Geräte)Find N2 Flip, Reno12, Reno12 Pro, Pad SE

Oppo bezeichnet den Plan ausdrücklich als vorläufig, je nach Modell, Region und Mobilfunkanbieter kann es abweichen, und die Reihenfolge innerhalb eines Monats sagt nichts über den genauen Tag. Inhaltlich setzt Oppo stark auf KI: Ein Agent soll mehrstufige Aufgaben selbst erledigen, etwa Dateien nach Inhalt und Datum umbenennen, ein Foto-Agent soll Bilder per Sprachbefehl bearbeiten. Nützlich klingt der KI-Anrufschutz, der laut Oppo direkt auf dem Gerät mögliche Betrugsanrufe erkennt, etwa mit künstlich erzeugten Stimmen. Die Leistungsangaben, etwa 55 Prozent stabilere App-Starts, stammen aus Oppos eigenen Tests, ein unabhängiger Test steht aus. Und für Europa gilt eine Einschränkung: Der Foto-Agent kommt hier erst später und je nach Land mit monatlichen Nutzungsgrenzen, einzelne KI-Funktionen werden in Europa gar nicht angeboten.

Branche & Markt

freenet übernimmt waipu.tv komplett, der Börsengang ist abgesagt

Paar sitzt abends auf dem Sofa und schaut auf einem Flachbildfernseher ein Fußballspiel

Fernsehen über die Internetleitung statt über Kabel oder Satellit: waipu.tv hat nach Unternehmensangaben rund zwei Millionen Kunden. KI-generierte Illustration (greem / ComfyUI).

Der Mobilfunk-Dienstleister freenet kauft die restlichen rund 25 Prozent an der Exaring AG, der Firma hinter dem Fernsehdienst waipu.tv, von deren Minderheitsaktionären. Das hat freenet am Dienstagabend, 13. Oktober, nach Börsenschluss mitgeteilt. telecom-handel.de, DWDL.de und die Börsen-Zeitung haben am selben Abend berichtet, die Kerndaten stimmen in allen Berichten überein. Der anfängliche Kaufpreis liegt bei rund 76 Millionen Euro, was einer Bewertung von rund 300 Millionen Euro entspricht. Erreicht waipu.tv vereinbarte Ziele, kommen bis zu 50 Millionen Euro dazu. freenet bezahlt aus vorhandenen Mitteln, der im Frühjahr diskutierte Börsengang von waipu.tv ist damit vom Tisch.

waipu.tv hat nach Unternehmensangaben rund zwei Millionen Kunden und einen geschätzten Anteil von 20 bis 25 Prozent am deutschen Markt für Fernsehen über das Internet. Für dich als Kunden ändert sich nach heutigem Stand nichts, zu Preisen oder Paketen hat freenet nichts angekündigt. Interessant ist die Meldung trotzdem, weil sie zeigt, wohin sich der Markt bewegt: Fernsehen kommt immer seltener über Kabel oder Satellit und immer öfter über die Internetleitung, ob über waipu.tv, MagentaTV oder andere Dienste. Für dich heißt das mehr Auswahl, aber auch mehr Verträge, die du im Blick behalten solltest.

Fazit: Was du jetzt tun solltest

Hast du ein günstiges Android-Handy eines wenig bekannten Herstellers oder einen Nachbau mit großem Namen, schaust du heute in die System-Apps und achtest auf die Warnzeichen, bei Verdacht kein Banking auf diesem Gerät. Willst du einen HomePod mini 2 oder ein Apple TV, weißt du jetzt, dass die Hardware kommt, die neue Siri in Deutschland aber noch nicht. Hast du ein Oppo-Handy, findest du dein Modell oben in der Tabelle und musst nichts tun, das Update kommt von selbst. Und als waipu.tv-Kunde läuft alles weiter wie bisher.

greem-Einschätzung

Wir verkaufen dir kein Handy mit großem Namen auf der Packung, sondern eines, bei dem drin ist, was draufsteht.

Die Midnight-Mimosa-Analyse zeigt, warum der Preis allein beim Handykauf eine schlechte Richtschnur ist. Ein Gerät, das sich als Flaggschiff ausgibt und einen Bruchteil kostet, spart dir am Kaufpreis und kostet dich im schlimmsten Fall dein Konto. Wenn du unsicher bist, ob dein Handy betroffen ist, bring es vorbei: Wir schauen mit dir in die System-Apps, sagen dir ehrlich, ob wir etwas Verdächtiges sehen, und zeigen dir Geräte mit verlässlichen Updates, auch im günstigen Bereich. Und beim HomePod oder Apple TV sagen wir dir vorher, welche Funktionen in Deutschland heute schon laufen und welche nicht.

Handy-Check, Smart-Home-Frage oder Update-Hilfe?

Wir beraten herstellerneutral, prüfen dein Handy auf Auffälligkeiten und helfen dir beim Einrichten von Lautsprecher, Apple TV oder Update. Komm einfach in einen unserer Shops im Rhein-Main-Gebiet – kein Termin nötig.

Zum nächsten greem-Shop

Quellen: Bitdefender Labs, „Midnight Mimosa“ (Adrian Mihai Gozob, Alex Baciu, 8. Oktober 2026, aktualisiert 9. Oktober 2026); inside digital, „Verseucht ab Werk: Warum du dein Handy jetzt genau prüfen solltest“ (Hayo Lücke, 13. Oktober 2026); teltarif.de, „Apple liefert Produkt-Feuerwerk für smartes Zuhause“ (Markus Weidner, 13. Oktober 2026); Apple Store Deutschland, HomePod mini und Apple TV 4K (Preise abgerufen am 14. Oktober 2026); digital magazin, „HomeView nicht im EU-Verkauf, Apple TV 4K schon“ (Felix Braun, 14. Oktober 2026); teltarif.de, „ColorOS 17: Oppo bringt neue KI-Funktionen und mehr Leistung“ (Alexander Emunds, 13. Oktober 2026) und „ColorOS 17: Für diese Oppo-Geräte stehen Update-Termine fest“ (Alexander Emunds, 14. Oktober 2026); telecom-handel.de, „Freenet übernimmt waipu.tv komplett“ (Roland Bernhard, 13. Oktober 2026), gegengeprüft mit DWDL.de und Börsen-Zeitung vom selben Tag. Leistungsangaben von Apple und Oppo sind Herstellerangaben, kein unabhängiger Test. Der ColorOS-17-Fahrplan ist laut Oppo vorläufig. Alle Angaben Stand 14. Oktober 2026, ohne Gewähr.