Zwei Meldungen aus dieser Woche gehören zusammen, auch wenn sie getrennt erschienen sind. Die eine sagt, wie weit der Glasfaserausbau ist. Die andere beantwortet die Frage, die sich daraus für rund 1,3 Millionen Haushalte stellt: Was passiert eigentlich mit meinem alten Telefonanschluss, wenn das Kupfer verschwindet?

Teil 1 · Der Ausbau

62 Prozent haben Glasfaser. 7,9 Millionen nutzen sie.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation hat gemeinsam mit IW Consult die jährliche Marktanalyse vorgelegt. Die Kernzahl klingt erst einmal gut: An 28,7 Millionen Adressen in Deutschland liegt inzwischen Glasfaser an, das sind 62 Prozent aller Haushalte und Unternehmensstandorte – ein Zuwachs von 9,2 Prozentpunkten binnen eines Jahres.

62 %
der Adressen haben Glasfaser vor der Tür
7,9 Mio
Anschlüsse werden tatsächlich genutzt
+1,3 Mio
neu genutzte Anschlüsse im Jahr
15,3 Mrd
Euro Investitionen der Branche

Und jetzt die Zahl, um die es eigentlich geht: Von den 28,7 Millionen Adressen mit Glasfaser vor der Tür sind 7,9 Millionen tatsächlich angeschlossen. Das ist gut jede vierte. Bei den übrigen liegt die Leitung im Boden und wird nicht benutzt.

Teil 2 · Die Lücke

Woran es hängt – und woran nicht.

Die naheliegende Erklärung wäre der Preis. Die stimmt nur teilweise. Was uns im Laden begegnet, sind meistens drei andere Gründe:

Warum Leute nicht wechseln

Für die Anbieterseite sieht die Rechnung so aus: Ein Hausanschluss kostet im Schnitt rund 1.950 Euro. Die Branche hat 15,3 Milliarden Euro investiert – und dann bleibt die Leitung bei drei von vier Adressen ungenutzt. Kein Wunder, dass die Stimmung bei den Investitionsbedingungen kippt: 75 Prozent der Unternehmen berichten von steigenden Tiefbaukosten.

Regional gehen die Werte weit auseinander. Vorn liegen Schleswig-Holstein mit 94,0 Prozent, Hamburg mit 92,5 und Bremen mit 88,9 Prozent. Am anderen Ende stehen das Saarland mit 42,8 und Baden-Württemberg mit 45,4 Prozent. Hessen wird in den veröffentlichten Auszügen nicht gesondert genannt – was an einer konkreten Adresse im Rhein-Main-Gebiet anliegt, lässt sich ohnehin nur einzeln prüfen.

Teil 3 · Der Zeitplan

Bis 2030 könnte Glasfaser das DSL überholen.

Bleibt das Tempo der letzten fünf Jahre erhalten, würden bis 2030 mehr Glasfaser- als DSL-Anschlüsse aktiv genutzt. Das ist die optimistische Lesart. Die Studie nennt aber auch, woran es hängt: 77 Prozent der Netzbetreiber würden den Ausbau vorantreiben, wenn es einen verbindlichen Fahrplan für den Umstieg von Kupfer auf Glasfaser gäbe. Ohne eine solche Regelung würden 52 Prozent ihren Ausbau einschränken.

Für dich als Kunde heißt das: Die Richtung steht fest, das Tempo nicht. Und genau deshalb ist die zweite Meldung interessant.

Teil 4 · Für alle mit reinem Telefonanschluss

Wenn das Telefon über Mobilfunk läuft.

Rund 1,3 Millionen Festnetzanschlüsse in Deutschland werden fast ausschließlich zum Telefonieren genutzt. Kein Streaming, kein Homeoffice – ein Telefon in der Diele, das seit dreißig Jahren funktioniert. Für diese Anschlüsse hat die Telekom eine Lösung vorgestellt, die ohne Leitungsumbau auskommt: „Call Connect via Funk" bringt die Festnetztelefonie über das Mobilfunknetz.

So funktioniert es

Das ist genau für die Fälle gedacht, die uns sonst am meisten Sorge machen: ältere Kunden, bei denen das Telefon der einzige Draht nach draußen ist und bei denen ein Umbau echten Stress bedeutet.

Die Konditionen, damit niemand überrascht wird: Für das Gerät verlangt die Telekom 3,95 € monatlich plus einmalig 99,99 €. Dazu kommt der Tarif – „Call Basic via Funk" für 22,95 € im Monat mit 120 Freiminuten oder „Call Comfort via Funk" für 32,45 € im Monat mit Flatrate ins deutsche Festnetz. Das sind Preise und Bedingungen des Anbieters, nicht unsere. Einen konkreten Starttermin hat die Telekom bislang nicht genannt.

Ob sich das rechnet, hängt stark vom Telefonierverhalten ab. Wer zweimal die Woche zehn Minuten mit den Enkeln spricht, fährt mit 120 Freiminuten gut. Wer stundenlang telefoniert, sollte nachrechnen, bevor er unterschreibt.

greem-Einschätzung

Die wichtigste Frage ist nicht „welcher Tarif", sondern „was liegt bei mir an".

Solange drei von vier Glasfaseranschlüssen ungenutzt im Boden liegen, ist das größte Problem nicht die Technik, sondern fehlende Information. Deshalb machen wir das Naheliegende: nachsehen, was an deiner Adresse verfügbar ist, und dir sagen, ob sich ein Wechsel für dich überhaupt lohnt – auch wenn die Antwort „aktuell nicht" lautet. Und wenn bei dir zu Hause jemand wohnt, für den das Telefon die wichtigste Verbindung ist, schau lieber jetzt hin als dann, wenn ein Brief zur Umstellung im Kasten liegt.

Was liegt an deiner Adresse an?

Wir prüfen in unseren 7 greem-Filialen im Rhein-Main-Gebiet kostenlos, welche Anschlüsse bei dir verfügbar sind – und schauen uns an, was an deiner jetzigen Leitung hängt. Ohne Termin.

Zum nächsten greem-Shop

Quellen und Hinweise: Marktzahlen zum Glasfaserausbau nach der Marktanalyse des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko) in Zusammenarbeit mit IW Consult, wiedergegeben von Telecom Handel am 2. September 2026: 28,7 Millionen Adressen mit Glasfaserverfügbarkeit (62 Prozent, plus 9,2 Prozentpunkte), 7,9 Millionen aktiv genutzte Anschlüsse (plus 1,3 Millionen), Branchen­investitionen von 15,3 Milliarden Euro, durchschnittliche Kosten je Hausanschluss rund 1.950 Euro, 75 Prozent der Unternehmen mit steigenden Tiefbaukosten, 77 beziehungsweise 52 Prozent zur Frage eines verbindlichen Kupfer-Glasfaser-Fahrplans, Ausbauquoten der Bundesländer. Die Prognose zum Jahr 2030 ist eine Fortschreibung des bisherigen Tempos, keine Zusage. Angaben zu „Call Connect via Funk", zu Geräte- und Tarifpreisen sowie zur Einrichtung nach Telecom Handel vom 13. August 2026; es handelt sich um ein Angebot der Telekom Deutschland GmbH, maßgeblich sind allein deren Konditionen und Vertragsbedingungen. Ein Verfügbarkeitstermin wurde dort nicht genannt. Ob Glasfaser an einer bestimmten Adresse verfügbar ist, lässt sich nur im Einzelfall prüfen. Das Titelbild ist eine KI-generierte Darstellung. Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen, Irrtümer und Abweichungen vorbehalten. Das verbindliche Angebot erfolgt ausschließlich im Shop mit allen rechtlichen Informationen. Inhalte können teilweise KI-generiert sein.