Wenn ein Hersteller ankündigt, sein Handy sieben Jahre lang mit Updates zu versorgen, ist die berechtigte Reaktion erst mal ein Achselzucken. Solche Zusagen kosten beim Aussprechen nichts. Bei Fairphone ist der Fall diesmal anders – und genau das macht die Meldung interessant.
Was das Fairphone 6+ kann
Das Upgrade selbst ist überschaubar: Der Arbeitsspeicher steigt von 8 auf 12 GB, statt des Snapdragon 7s Gen 3 arbeitet nun ein Gen 4. Der Rest bleibt.
| Merkmal | Fairphone 6+ |
|---|---|
| Display | 6,3″ OLED, 120 Hz |
| Speicher | 12 GB RAM, 256 GB |
| Akku | 4.415 mAh, 30 Watt per Kabel |
| Kameras | 50 MP Haupt-, 32 MP Frontkamera |
| System | Android 16, Updates bis 2033 |
| Garantie | fünf Jahre |
| Preis | 649 EUR |
Auf dem Datenblatt ist das solide Mittelklasse. Für 649 Euro bekommst du bei anderen Herstellern mehr Leistung pro Euro. Das ist keine Kritik, sondern der Punkt: Man bezahlt hier nicht für Tempo, sondern für Lebensdauer.
Der Teil, den wir bemerkenswert finden
Zwölf Bauteile lassen sich selbst tauschen – darunter Kamera, USB-C-Anschluss und Display. Ein Ersatzdisplay kostet 89,95 Euro. Gebraucht wird dazu ein T5-Torx-Schraubendreher, also handelsübliches Werkzeug und kein Spezialgerät.
Zum Vergleich aus unserer Werkstatt: Ein Displaytausch bei einem üblichen Smartphone bedeutet verklebte Gehäuse, Heizmatte, Saugheber und – je nach Modell – das Risiko, beim Öffnen etwas anderes zu beschädigen. 89,95 Euro und ein Schraubendreher sind eine andere Welt.
Warum das Update-Versprechen diesmal Gewicht hat
Hier kommt der Beleg, der uns überzeugt hat. Anfang dieses Monats ist der Support für das Fairphone 3 ausgelaufen. Das Gerät kam 2019 auf den Markt – der Hersteller hat es also rund sieben Jahre lang mit Updates versorgt und diese Zusage tatsächlich eingehalten.
Damit ist die 2033-Ankündigung keine Behauptung ins Blaue, sondern eine Wiederholung von etwas, das nachweislich schon einmal funktioniert hat. Das ist in dieser Branche selten genug, um es zu erwähnen.
- Sicherheitsupdates sind kein Komfortthema. Ein Handy ohne Updates ist irgendwann ein Gerät, auf dem Bankgeschäfte nichts mehr verloren haben.
- Sieben Jahre ändern die Rechnung. 649 Euro auf sieben Jahre gerechnet sind rund 93 Euro pro Jahr. Wer alle drei Jahre ein Gerät für 500 Euro kauft, liegt bei etwa 167 Euro pro Jahr. Das ist eine grobe Milchmädchenrechnung ohne Wiederverkaufswert – aber sie zeigt die Richtung.
- Alternative Software: Das Gerät ist zum selben Preis auch mit /e/OS von Murena erhältlich, einem Android ohne Google-Dienste. Interessant für alle, denen Datenschutz wichtiger ist als der Play Store – aber es fehlen dann auch Apps, die viele täglich nutzen.
Für wen es sich nicht lohnt
Damit hier kein einseitiges Loblied entsteht – drei ehrliche Gegenargumente:
- Wenn du Leistung willst. Für 649 Euro gibt es deutlich schnellere Geräte. Wer aufwendige Spiele spielt oder viel Video schneidet, ist hier falsch.
- Wenn du alle zwei Jahre wechselst. Dann zahlst du für eine Langlebigkeit, die du nie in Anspruch nimmst. Die Rechnung oben dreht sich dann um.
- Wenn du ohnehin nie selbst schrauben würdest. Die Reparierbarkeit ist der halbe Gegenwert. Wer sie nicht nutzt, kauft ein durchschnittliches Mittelklassehandy zum gehobenen Preis – auch wenn ein Fachbetrieb den Tausch natürlich ebenso günstiger erledigen kann.
greem-Einschätzung
Wir verdienen an Reparaturen. Trotzdem finden wir diese Richtung richtig.
Ein Handy, das man mit einem Schraubendreher öffnen kann, ist für eine Werkstatt betriebswirtschaftlich erst mal die schlechtere Nachricht – einfache Reparaturen macht der Kunde dann selbst. Wir halten die Entwicklung trotzdem für richtig, weil sie genau das umsetzt, worum es beim Recht auf Reparatur geht: Geräte sollen wieder länger halten. Ob das Gerät zu dir passt, hängt aber weniger am Datenblatt als an einer Frage, die dir kein Prospekt beantwortet: Wie lange willst du dein nächstes Handy eigentlich behalten? Komm vorbei und lass es uns durchrechnen – auch dann, wenn am Ende ein ganz anderes Gerät herauskommt.
Wie lange soll dein nächstes Handy halten?
Wir rechnen mit dir durch, was sich über die Jahre wirklich lohnt – und reparieren dein aktuelles Gerät, wenn das die bessere Antwort ist. Komm einfach in einen unserer Shops im Rhein-Main-Gebiet – kein Termin nötig.
Zum nächsten greem-ShopQuellen: telecom-handel.de – „Fairphone spendiert seinem Smartphone ein Hardware-Upgrade“, Boris Boden, 18. August 2026 (Gerätedaten, Preis, Update-Zusage, tauschbare Bauteile, /e/OS-Variante). Die Angabe zum Support-Ende des Fairphone 3 nach borncity.com vom 1. Mai 2026; das Gerät erschien 2019, woraus sich die rund sieben Jahre ergeben. Die Kostenrechnung pro Jahr ist unsere eigene, bewusst vereinfachte Gegenüberstellung ohne Wiederverkaufswert, Reparaturkosten oder Zubehör – sie dient der Größenordnung, nicht der Kalkulation. Preise sind unverbindliche Herstellerangaben. Angaben ohne Gewähr.