Was bekannt ist: Mehr als 1.000 Stellen, drei betroffene Bereiche
O2 Telefónica hat angekündigt, im Rahmen einer „umfassenden Transformation" mehr als 1.000 Arbeitsplätze abzubauen. Bei rund 6.820 Beschäftigten entspricht das etwa jeder sechsten bis siebten Stelle – ein erheblicher Einschnitt. Betroffen sind drei Bereiche: der Kundenservice, der Retail-Bereich inklusive der Shops und Vertriebsstrukturen sowie die sogenannte „Retail Overhead Organisation", also übergeordnete Steuerungs- und Konzernfunktionen bei der Telefónica Germany GmbH & Co. OHG.
Im Retail-Bereich ist ein Freiwilligenprogramm bereits angelaufen. Konkrete Zeitpläne für die übrigen Bereiche nennt das Unternehmen nicht – es verweist auf „laufende Gespräche" mit den Arbeitnehmervertretern.
Der Hintergrund: Umsatzrückgang und CEO-Wechsel
Die Zahlen für 2025 sind eindeutig: Der Umsatz von O2 Telefónica sank um 3,8 % auf 8,2 Milliarden Euro, das operative Ergebnis fiel um 8,8 % auf 2,5 Milliarden Euro. Der Hauptgrund: Ende 2025 migrierten rund 12 Millionen 1&1-Mobilfunkkunden zu Vodafone – ein massiver Einbruch im Roaming-Geschäft, der dem Unternehmen als Vorleistungsanbieter fehlte.
Dazu kommt ein Führungswechsel an der Spitze: Santiago Argelich Hesse übernahm Ende 2025 das CEO-Amt von Markus Haas. Im gleichen Zug wurde der Vorstand von sieben auf sechs Ressorts verkleinert – Kundenservice, Vertrieb und Technologie wurden im neuen COO-Ressort gebündelt. Der Stellenabbau ist damit Teil einer strukturellen Neuausrichtung, nicht nur eine Sparmaßnahme im laufenden Betrieb.
ver.di spricht von „Kahlschlag ohne klaren Plan"
„Kahlschlag ohne klaren Plan."
ver.di zur angekündigten Restrukturierung bei O2 Telefónica
Die Gewerkschaft ver.di übt scharfe Kritik. Sie schätzt die geplanten Einsparungen auf rund 100 Millionen Euro – und fordert eine transparente Strategie, eine belastbare Qualifikationsplanung und mehr Zeit für die betroffenen Beschäftigten. Dass Bereiche wie Kundenservice und Vertrieb gleichzeitig unter Druck geraten, werten die Arbeitnehmervertreter als strukturelles Risiko: Wer kürzt, wo Kundenkontakt entsteht, spart an der falschen Stelle.
O2 Telefónica selbst betont, der Umbau sei notwendig für die langfristige „Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit" des Konzerns. Details sollen erst nach Information der Betriebsparteien kommuniziert werden.
Was das bedeutet: Weniger Eigennetz, mehr Druck im Fachhandel?
Für den unabhängigen Telekommunikations-Fachhandel ist die Lage zweischneidig. Einerseits können Einschnitte im O2-eigenen Retail-Netz – also in konzerngeführten Shops – Beratungskapazitäten reduzieren, die bisher direkt beim Netzbetreiber lagen. Andererseits bedeutet struktureller Rückzug im Direktvertrieb oft mehr Spielraum für den freien Handel.
Entscheidend bleibt: Wer seinen Tarif wechseln, eine eSIM einrichten oder einen Vertrag verstehen will, braucht einen Ansprechpartner. Ob dieser beim Netzbetreiber sitzt oder im lokalen Fachhandel – das wird in den nächsten Monaten klarer werden.
greem-Einschätzung
Unser Beratungsauftrag bleibt – unabhängig vom Konzernkurs.
greem ist kein Teil von Telefónica und wird von Konzernentscheidungen nicht direkt betroffen. Wir beraten herstellerneutral zu O2, Telekom und Vodafone – und bleiben an deiner Seite, egal welche Struktur der Netzbetreiber gerade umstellt. Wenn du Fragen zu deinem O2-Vertrag, einer Tarifumstellung oder einem Anbieterwechsel hast: Komm einfach in einen unserer Shops.
Quelle: telecom-handel.de – „Massiver Stellenabbau bei O2 Telefónica – betrifft auch den Vertrieb", Roland Bernhard, Juli 2026. Alle Angaben zu Mitarbeiterzahlen, Finanzkennzahlen und Gewerkschaftsaussagen nach telecom-handel.de. Ohne Gewähr; aktuelle Informationen direkt bei O2 Telefónica erfragen.